7. LiMA - version 2.0

7. Akademie für Journalismus, Bürgermedien, Öffentlichkeitsarbeit & Medienkompetenz
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Referenten
Gerd Siebecke
Programm
Tag 7. LiMA Tag 2 - 2010-03-13
Raum G LiMAschaufenster
Beginn 12:00
Dauer 01:00
Info
ID 242
Track LiMAschaufenster

VSA: Vorstellung eines linken Verlages

VSA ist eines der frühen Projekte der »Solidarischen Ökonomie« – ohne bzw. mit derzeit acht ChefInnen. Alle wichtigen Entscheidungen werden von zwei Frauen und sechs Männern gemeinsam getroffen. Im Hamburger Bahnhofsviertel St. Georg entstehen Bücher, die sich in die Debatten der gewerkschaftlichen, zivilgesellschaftlichen und politischen emanzipatorischen Kräfte – also der Linken im weitesten Sinne – einmischen. Darüber hinaus bemühen wir uns darum, Diskussionen über Politische Ökonomie und Aktualität des Marxismus zu befördern – auch dadurch, dass Texte der internationalen Linken zugänglich gemacht werden.

Seit fast 38 Jahren bemühen wir uns, zu Aufklärung und Selbstverständigung der emanzipatorischen Kräfte beizutragen. Dabei war uns von Beginn an wichtig, diese Arbeit nicht verengt auf eine Strömung zu begreifen, sondern ein pluralistisches und kontroverses Projekt mit unterschiedlichsten Positionen aufzubauen. Dafür dass wir Bücher von Louis Althusser wie »Krise des Marxismus?« zu einem Zeitpunkt veröffentlicht haben, als der Marxismus-Leninismus sich noch ganz krisenfrei wähnte, haben wir nicht nur Anerkennung bekommen. Ähnlich war es mit den Publikationen von Texten aus Italien und Spanien zum »Eurokommunismus« der 1980er Jahre. Wir würden »Verwirrung in die Köpfe« bringen, war ein nicht selten gehörter Vorwurf. Auch Aktenvermerke der zuständigen Behörden in beiden deutschen Staaten waren eine Folge.

Aufklärung und eine breite Diskussion möglich machen zu wollen, heißt bestehende Kontroversen aufzugreifen, unterschiedlichste Sichtweisen und Positionen miteinander ins Gespräch zu bringen – das war und ist unser Konzept eines linken pluralistischen Projekts. Es prägt bis heute die Themen und die Positionen der AutorInnen des Verlagsprogramms. Das gilt für alle Verlagsbereiche – von den mehr theoretisch orientierten Ausarbeitungen über die Texte, die wir in Kooperation mit ver.di, dem DGB, der NGG oder der IG Metall zur Erneuerung gewerkschaftlicher Interessenvertretung erarbeiten, bis hin zu den Versuchen der »politischen Alphabetisierung«, die in Zusammenarbeit mit Attac und anderen sozialen Bewegungen erscheinen (inzwischen 35 AttacBasisTexte, ein »ABC der Globalisierung«, eins zum Neoliberalismus und zuletzt eins der Alternativen).