7. LiMA - version 2.0

7. Akademie für Journalismus, Bürgermedien, Öffentlichkeitsarbeit & Medienkompetenz
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Referenten
Holger Schmidt
Programm
Tag 7. LiMA Tag 2 - 2010-03-13
Raum C 253 HS
Beginn 11:30
Dauer 01:30
Info
ID 322
Veranstaltungstyp Vortrag
Track LiMAarena
Sprache der Veranstaltung deutsch

Demonstrieren, Provozieren, Affirmieren? - Die Linke im öffentlichen Raum

Zur theatralen Dimension politischer Räume von der Pariser Kommune bis zur Multitude

In einem historischen Rückblick werden nicht nur Techniken und Praktiken einer „Robusten Öffentlichkeit“ im Wandel nachgezeichnet, sondern auch historische Beispiele konkreter Gegenstrategien dargestellt. Diese reichen von der Pariser Kommune über die politisch brisanten Raumexperimente der künstlerischen Avantgarden bis zu Vorschlägen aus dem Umkreis des Projektes einer Multitude.

Es gehört zum Selbstverständnis linker sozialer Bewegungen, dass sich Menschen ihren Interessen gemäß selbst organisieren und diese im öffentlichen Raum artikulieren sollen. Soziale Bewegungen agieren dabei jedoch keineswegs auf neutralem Terrain. Dies wird meist nur unter dem Aspekt der sozialen Ungleichheit oder des eingeschränkten Zugangs zum öffentlichen Raum diskutiert. Demgegenüber soll hier der Terminus der „Robusten Öffentlichkeit“ vorgestellt werden, der das Ensemble von Techniken und Praktiken umfasst, mit denen politischer Protest kanalisiert oder neutralisiert wird. In einem historischen Rückblick werden nicht nur Techniken und Praktiken einer „Robusten Öffentlichkeit“ im Wandel nachgezeichnet, sondern auch historische Beispiele konkreter Gegenstrategien dargestellt. Diese reichen von der Pariser Kommune über die politisch brisanten Raumexperimente der künstlerischen Avantgarden bis zu Vorschlägen aus dem Umkreis des Projektes einer Multitude. Welche politischen, kulturellen und künstlerischen Strategien einer praktischen und symbolischen Aneignung sozialer Räume gab es? Gelang es ihnen, soziale Räume so zu transformieren, dass weiterführende emanzipatorische Prozesse initiiert werden konnten? Welche Strategien sind auch heute noch erfolgversprechend bzw. wie müssen sie unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen modifiziert werden? Der Rückblick auf die Geschichte erweist sich dabei als ein reichhaltiges und anregendes Archiv, in dem Wissen und Erfahrungen sozialer Kämpfe verzeichnet sind, die auch für aktuelle Debatten fruchtbar gemacht werden können.